Hamann: Darum rauchte ich in der Dusche mit dem Liverpool-Boss

2005 erlebte Didi Hamann mit dem FC Liverpool das "Wunder von Istanbul" und gewann den Champions-League-Titel. Im Anschluss an das legendäre Endspiel gegen die AC Milan plagte den heute 51-Jährige vor allem eins: die Lust auf eine Zigarette.
Hamann, der sich kurz vor Ende der Verlängerung einen Ermüdungsbruch im rechten Fuß zugezogen hatte, aber trotzdem zu Ende spielte und sogar den ersten Elfmeter Liverpools im Elfmeterschießen verwandelte, blickte gegenüber "Sport Bild" zurück: "Das Problem war, dass ich meine Zigaretten vergessen hatte. Und auch in der Mannschaft hatten wir in diesem Jahr keine Raucher."
Doch Rettung nahte, und zwar in Person des damaligen Klub-Eigners David Moores. "Ich habe ab und zu mal mit ihm eine geschmökert. Also bat ich ihn, mit mir in die Dusche zu kommen", schilderte Didi Hamann.
Die 2022 verstorbene Vereinslegende des FC Liverpool sei ihm auch tatsächlich gefolgt. "Da habe ich ihm dann gesagt: "Gib mir mal eine Zigarette." Er sagte: "Nein, das kann ich nicht machen. Was ist, wenn der Trainer kommt?" Ich antwortete: 'Du bist der Besitzer, dann schmeißt du ihn halt raus!' Widerwillig hat er mir dann eine gegeben."
Didi Hamann berichtet über "Szenen, die man nie vergisst"
Qualmend in der Dusche des Atatürk-Olympiastadions wurde es dann emotional zwischen Hamann und Moores. "Es war einfach wunderschön, diesen Moment mit ihm zu teilen, ohne was zu sagen. Er war eine Legende und einer von uns. Ich wusste, was der Titel ihm bedeutete. Als wir rauchten, kullerten ihm Tränen die Wange runter", erzählte der Deutsche.
Der irre Triumph, bei dem Hamann und Co. in der regulären Spielzeit einen 0:3-Rückstand binnen sechs Minuten in ein 3:3 verwandelte, hallte am nächsten Tag auch in Liverpool nach. Dort kam es zur großen Party.
"Als wir ankamen, saßen die Fans auf Häuserdächern, hingen an Ampeln. Gefühlt ganz Liverpool war unterwegs. Das waren Szenen, die man nie vergisst", sagte Hamann. "Wenn man mich fragt, was abgesehen vom Spiel die prägendste Erinnerung war, würde ich diese unfassbaren Bilder nennen. Man hat einfach gesehen, was den Leuten der Fußball bedeutet hat."