Stürmerdebatte beim HSV? Glatzel bezieht Stellung

HSV-Mittelstürmer Robert Glatzel ist nach seinem Sehnenabriss wieder eine Option für Cheftrainer Merlin Polzin. Der 31-Jährige will den ungeliebten Bankplatz schnellstmöglich wieder abgeben.
"Klar will jeder spielen", meldet Robert Glatzel vom Hamburger SV im Gespräch mit "Sport Bild" seine Stammplatz-Ambitionen an. Der Routinier gab zu, dass ihn die Rolle als Ersatzmann für Davie Selke und Ransford Königsdörffer überhaupt nicht behagt: "Ist das nicht der Fall, ist man als Spieler sauer."
Zugleich stellt sich Glatzel aber geduldig hinten an: "Doch das große Ziel steht über allem: der Aufstieg. Dem muss sich jeder unterordnen. Das sprechen wir wöchentlich immer wieder an. Und was meine Situation betrifft: Ich kann diese nach meiner langen Verletzungspause richtig einordnen."
Der Stürmer war zu Saisonbeginn unter dem damaligen Cheftrainer Steffen Baumgart die klare Nummer eins im Sturm, sieben Tore in acht Zweitligaspielen untermauerten seinen Wert für die Rothosen. Mitte Oktober zog er sich dann eine folgenschwere Sehnenverletzung zwischen Hüfte und Oberschenkel zu, erst nach viereinhalb Monaten feierte er beim 3:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg sein Comeback.
HSV-Torjäger Selke und Königsdörffer "überragend"
Nach zwei Minuten in der Schlussphase gegen den 1. FCM folgten sieben beim 0:0 gegen Elversberg.
Gesetzt unter Merlin Polzin im 4-3-3 ist inzwischen Davie Selke, der mit 17 Treffern die Torjägerliste in der 2. Liga anführt. Fehlt er, wie zuletzt gegen Magdeburg, springt Ransford Königsdörffer (11) ein.
"Die anderen haben es in der Zeit meiner Abwesenheit überragend gemacht", weiß Robert Glatzel: "Ich kann nicht erwarten, dass ich nach meiner Rückkehr sofort wieder von Anfang an spiele. Auch wenn ich immer Stammspieler war, werde ich mich unterordnen und von hinten Druck machen. Um so schnell wie möglich mehr Spielminuten zu sammeln und der Mannschaft mit Toren wieder helfen zu können."
Neuen Schub im Aufstiegsrennen soll dem Hamburger SV ein Kurztrainingslager geben, dass die Mannschaft von Sonntag bis Mittwoch auf Mallorca abgehalten hat.
Dies sei deshalb sinnvoll, so Glatzel, "weil man als Mannschaft nochmals enger zusammenrückt, dort hart und konzentriert – aber auch mit der entsprechenden Freude – arbeitet. Doch wir wissen auch: Ist das Ergebnis in Nürnberg am Samstag nicht positiv, wird es uns negativ ausgelegt."